Die goldene Regel der (Langzeit-) Reise zu Zweit

Beim Bummeln quer durch die Welt kann es schon einmal vorkommen, dass wir Wochen, Monate oder sogar Jahre aufeinander hocken. Die Anfänge einer solchen Reise erinnern oft an die Machtkämpfe der frisch zusammen lebenden Freunde, oder Pärchen.

Wer ist das Alphatier in der WG, wer hat die Hosen in der Beziehung an? Um seine Position von Anfang an klar zu stellen, wird sich wegen jedem Rotz beinahe zerfleischt, bis eine gemeinsame Balance und ein Alltag gefunden wurde. Oder aber einer resigniert aufgibt und wieder auszieht.
Auf Reisen geht es vielen ähnlich, nachdem die ersten Euphoriemomente des „Juchu wir sind im Urlaub“ Gefühl verflogen sind.

Ein neues Umfeld, absolute Reizüberflutung in einem unbekannten Land, keine festen Strukturen und meistens sehr wenig Platz. Während manchmal, die gemeinsame Wohnung mit 70qm zu eng erschien, um sich aus dem Weg zu gehen, muss unterwegs mit winzigen Apartments, oder einer 6qm Camper-Idylle vorliebgenommen werden. Wir haben euch deshalb unsere goldene Regel erläutert, um euch von vorne herein auf Harmonie unterwegs zu polen.
Und keine Angst, das hat nichts mit kitschigen, knutschi knutschi und bist du toll Gelaber zu tun.

 

Die goldene Regel

Die absolut goldene Regel um jedes Zusammenleben, jedes Vorhaben und jede Reise zu Zweit, so richtig genießen zu können, ist genauso banal wie simpel!
 Es gibt kein mein & dein, es gibt nur ein UNSER, WIR, GEMEINSAM! -> Werdet ein Team!
Diese kleine Abwandlung der Formulierung scheint im ersten Moment kein großer Burner zu sein. Trägt jedoch im gesprochenen einen essentiellen Unterschied, der eigentlichen Bedeutung mit sich.

Erklärt am Beispiel Gepäck:
Unser Gepäck – wir sind beide für UNSER Gepäck verantwortlich, unsere Sachen für die Reise auszusuchen, sie einzupacken und auf sie aufzupassen.
Dein Gepäck: DU musst DEIN Hab und Gut für DEINEN Trip bereit legen, sie einpacken und auf DEIN Gepäck unterwegs achten.

Die Wirkung beider Aussagen ist wohl völlig klar. Oder ?
Während bei einer mein & dein Formulierung, immer einer der Beteiligten aus der Verantwortung genommen wird, schafft ein Unser stets gleichmäßige Verteilung.
 „ Unsere Pläne, unser Gepäck, unsere Aufgaben, unsere Verantwortung“, all dies verlangt eine Sorgfalt beider Reisepartner, in jedem Moment.

Gleiches gilt auch bei auftretenden Missständen: unser Fehler, unser Versagen, unser Problem.
Schluss mit eskalierenden Schuldzuweisungen und stundenlangen Diskussionen, wer es letztendlich verbockt hat und zu Kreuze kriechen sollte. Ihr müsst gemeinsam die Sache, die verhauen wurde ins Lot rücken. Ansonsten bleibt nur aufzugeben und heim zu fliegen.

 

die goldene Regel - unser Gepäck
Diese goldene Regel mit den kleinen Wörtchen UNSER, WIR, GEMEINSAM zieht sich dabei wie ein roter Faden durch alle Bereiche der zwischenmenschlichen Berührungspunkte.

 

Gemeinsame Reiseutensilien!

Ok der persönliche Geldbeutel, die Unterwäsche und eigentlich die gesamten Klamotten sollten selbst auf Reisen Tabu sein. Außer es wurde anders vereinbart, aber das sind im Allgemeinen Punkte die wir hier hoffentlich nicht genauer begründen müssen.
Alles Andere sollte wieder unter den Begriff UNSER fallen, unabhängig davon wer es ursprünglich gekauft hat. Das stärkt eure Bindung und prägt ein deutliches WIR-Gefühl als Reisepartner.

Wo ist unsere Lautsprecherbox?
Ihr nutzt sie beide unterwegs, also warum sollte hier ein „mein“ dabei stehen? Um den anderen klar zu machen, dass er sie nicht zu nutzen hat? Dann kannst du auch gleich alleine los ziehen.

goldene Regel - don´t touch

Dann gibt es jedoch noch Gegenstände die deine Reisepartner vielleicht gar nicht als so privat vorkommen, dich aber total verletzen wenn er sie sich einfach nimmt. Briefe, Bilder, Tagebuch oder ähnliches gehören definitiv in diese Sparte. Wie schon im Artikel „ Reisen zu Zweit – Pro & Contra Teil II“ schlagen wir euch hierfür einen Don´t touch place für jeden vor. All die Dinge die sich dort befinden werden einfach vom anderen nicht angerührt. Und fertig.

 

Gemeinsame Auswahl der Reisegadgets

Die Rucksäcke auf euren Rücken tragen euer gesamtes Leben durch die Welt. Ein sehr begrenzter Platz der strategisch ausgenutzt werden sollte. Daher unbedingt schon vorab besprechen welche Dinge ihr mitnehmen wollt. Worauf ihr auf keinen Fall verzichten könnt.
Am besten, ganz entspannt, bei einem Kaffee oder Cocktail zusammen setzen und den großen MasterPlan des Gepäcks schmieden. Vielleicht entdeckt ihr dabei auch den ein oder anderen Geheimtrick um Gewicht zu sparen. (Wenn ja – bitte unbedingt in den Kommentaren mit der Welt teilen!)

Klingt cool?- Ist es auch!!

Achja solltet ihr noch auf der Suche nach den besten Reiseutensilien sein, dann schaut doch mal bei unserer Geschenkeliste für Weltenbummler vorbei. Tolle Ideen für Reiselustige erwarten dich!

 

Gemeinsame Planung

Während ihr mit eurem Cocktail den Abend ausklingen lasst, bestellt euch doch noch einen Karibikteller mit ganz vielen frischen Früchten, Tappas oder ähnliches. Es muss so richtig schön nach Fernweh ANHÖREN. Und dann?

Ja dann geht es ans Eingemachte. So eine Reise plant sich schließlich nicht von selbst!

Dabei müsst ihr ja nicht jeden Aufenthalt, Zwischenstopp und jede Taxifahrt von X nach Y vorbuchen, aber eine grobe Reiseroute sollte von vorne herein fest stehen. Damit auch klar ist, ob ihr als Reisepartner harmoniert. In welcher Geschwindigkeit ihr Reisen wollt, welche Orte ihr unbedingt auf eurer Liste haben müsst etc. etc.

Nicht das ihr in eurem Reiseland ankommt und eigentlich in zwei verschiedene Richtungen wollt. Dann ist das Abenteuer – Reisen zu Zweit sehr schnell wieder zu Ende und ihr reist solo.

 

goldene Regel - Weisheit
Wem das passiert und ein paar Infos zum Alleinreisen sucht, der sollte unbedingt bei Carina auf Pink Compass (Reiseblog für Frauen), Conni von Planet Backpack (Spiritueller Yogajunkie ) oder Sebastian von Off the Path (Abenteuer Reiseblog) vorbeischauen. Sie alle sind als Soloreisende unterwegs (oder unterwegs gewesen) und berichten dir von den Vorteilen auf eigene Faust die Welt zu erkunden.
Da geteilte Momente, aber unserer Meinung nach doppelte Freude bedeutet, schwören wir natürlich auf Reisen zu Zweit.

 

Gemeinsam das Budget ansparen

Damit die Trips auch so richtig schön lang werden können, heißt es sparen, sparen, sparen. Welche Tricks wir anwenden, haben wir euch ja bereits in einen ausführlichen Artikel zusammen gefasst.

Bei zwei Freunden die sich auf in die Welt machen, mag es vielleicht anders sein, aber als Pärchen gilt EIN BUDGET, nicht mein und dein. Selten wird der Fall eintreten, dass beide 1:1 das gleiche Gehalt beziehen und dementsprechend auch einen identischen Spargroschen zur Seite legen können. Hört bitte auf Erbsen zu zählen, schließlich habt ihr beide etwas davon.

Ja vielleicht kann einer monatlich 100€, 200€ oder sogar 300€ mehr zur Seite legen. Dafür kümmert sich Andere, da er mehr Zeit oder ein besseres Organisationstalent besitzt, um die Planung und Umsetzung EURER Pläne. Was bringt es am Ende, wenn ihr Mitten in Timbuktu steht und einem geht das Geld aus. Fliegt ihr dann beide frühzeitig heim? Wäre dämlich oder?

Also seht euch als EIN Team das dieses Vorhaben stemmt, nicht als zwei Seppel die irgendwie zu Zweit, aber im Grunde doch alleine durch die Welt tingeln wollen.

 

goldene Regel - ein Team

 

Wir sind jeden Tag auf´s Neue froh, dass unser eigespieltes Team so gut funktioniert. Jeder betont im eigenen Aufgabenbereich seine Stärken, da fallen die Schwächen - die jeder von uns hat, gar nicht so sehr ins Gewicht.

 

Gemeinsam losziehen !

Lotet eure ganz persönlichen Stärken aus und verteilt dementsprechend die vielen anstehenden Aufgaben vor einer Reise. Ihr werden sehen wie leicht euch die vielen Hürden von der Hand gehen werden.

Lernt euch als ein Team kennen, vertraut auf den Anderen und wendet bei Besprechungen und Erzählungen immer unsere goldene Regel an. Ganz automatisch wird sich euer Denken und Handeln anpassen, ohne dass ihr es merkt.
Ihr werdet auf diese Weise eine richtig starke Gemeinschaft, die diese Welt rocken wird!!!

 

Stimmt ihr unserer goldenen Regel für Reisen zu, oder gibt es für euch einen ganz anderen Aspekt der diesen Namen verdient? Vielleicht ist er uns noch gar nicht bewusst, darum unbedingt in den Kommentaren mitteilen.

Wie sieht euer Master-Plan aus, um euch vor zu bereiten und als Team richtig einzustimmen?
Arbeitet ihr euch nach ähnlichen Punkten vor, oder gibt es auch hier Tipps und Tricks die wir noch wissen sollten. Deshalb wann immer es etwas gibt – AB IN DIE KOMMENTARE. Teilt EUER Wissen, EURE Stärken mit UNS!

 

Zieht gemeinsam los, ihr werdet es nicht bereuen!

Be different – be yourself!
Pia&Cris

2 thoughts on “Die goldene Regel der (Langzeit-) Reise zu Zweit

  1. „Die goldene Regel“ gut erkannt ! Das Eiserne Gesetz (Eisern groß, wie Golden, weil …) des Lebens lautet: das Leben beginnt in einer Windel und endet in einer Windel. Dazwischen ist es wie ein Regenbogen. Es steigt auf, ganz egal in welchem Bereich – Erkenntnisse, Erfahrungen, Freude, Sex, Erfolge, Luxus etc. – und es steigt langsam wieder ab, in totaler Zufriedenheit endend. Das Interessante, das Lustige am Leben ist, daß man über sich selbst – 20 Jahre später – so herrlich lachen kann; über seine Klamotten, seine Ansichten, seine Ziele.

    Vergesst also nicht, daß Ihr immer für Gleichaltrige schreibt, „Alte“ belächeln Euch – aus ihrer Erfahrung heraus. Wir Alten sind – obwohl Ihr das nie und nimmer glauben wollt – nicht mit 60 geboren und gleich via Rollator ins Altersheim gefahren. Wir dachten und handelten genauso aktiv/innovativ/enthusiastisch wie Ihr. Schaut Euch den Film „Woodstock“ an, da seht ihr „uns“ als wir so alt waren wie Ihr.

    Also speichert Eure Texte ab, es gibt in 20 Jahren vergnügliche Stunden bei der Lektüre.

    1. Hallo Manfred,
      sicher hast du Recht, dass wir in vielen Bereichen für Leute in unserem Alter schreiben.
      Allerdings haben wir auch eine wachsende Anzahl an Lesern ab 40/50+ die vielleicht den Mut oder Begeisterung zum Reisen bislang nicht hatten und uns regelmäßig für unsere Erfahrungen und Tipps danken. Sicher werden wir im Rückblick oft über uns schmunzeln, aber das machen wir bereits jetzt nach ein paar Monaten des Schreibens schon. Sollte es in unserem Artikel so rüber kommen, als würden wir über voran gegangene Generationen spoten, sag uns bitte in welchem Teil das so ist. War definitiv nicht unsere Absicht. Denn wir glauben sicher nicht, dass die „ältere Generation“ in ihrem Leben nur apathisch in der Ecke saß. Wir haben in unserer Familie die besten Vorbilder dieser Generation. Die uns geprägt und die Stärke mitgegeben haben, diesen Weg zu gehen.

      Allerdings sind wir auch der Meinung, dass der Aufruf sich auch mal zurück zu nehmen und als Team zu agieren nicht nur für 25-35 Jährige gilt.Natürlich haben wir es hier in unserem Stil formuliert, schließlich sind wir gerade mal Mitte-Ende Zwanzig.
      Wenn wir Beziehungsprobleme im Bekannten und Verwandtenkreis (alle Altersklassen) beobachten, zeigt sich einfach dass zu wenig Gewicht auf die Gemeinsamkeit, statt auf das persönliche Ego gesetzt wird. Der Trend der platten Ausrede „beziehungsunfähig“ wird schon länger von vielen Jahrgängen verwendet sich nicht mit den persönlichen Eigenheiten auseinander zu setzen. Das schließt auch die Woodstock Generation mit ein. Eigentlich gilt die Regel – Ein bisschen mehr wir, statt immer nur ich, für alle Belange unseres Lebens. Die Welt wäre sicher nicht so kaputt wie sie heute ist, wenn wir das alle etwas mehr beherzigen würden.

      Danke für deinen Kommentar, der uns doch zu einer etwas längeren Antwort und zum Nachdenken angeregt hat.

      Liebe Grüße
      Pia & Cris

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