Ein Chaostag lässt grüßen!

Du planst, buchst, reservierst und recherchierst, um dich für alle Eventualitäten vorzubereiten. Es wird jedoch nichts nützen. Irgendwann ist jeder dran! Dann kannst du nur noch zusehen wie deine schönen Vorbereitungen mit einem riesen Feuerwerk und reichlich Glitzer zum Showact von der Bühne spazieren.

Warum solche Chaostage auch immer irgendwo ihr Gutes haben, wollen wir dir zeigen!

- der schöne Spruch unserer Neisinger-Oma: „Es gibt nichts Schlechtes, wo nicht auch was Gutes dabei ist“ , scheint wohl doch zu stimmen!!!

Unser erster Chaostag , der diesen Namen auch wirklich verdient, liegt gerade einmal ein paar Stunden zurück.

Während wir hier sitzen und schreiben, verbringen wir die ersten Stunden in Norwegen, nach einem Nerven aufreibenden Anreisetag. Vom Frankfurter Flughafen war die Reise über Oslo – Tromsö nach Alta geplant. Die letzten 140km sollten dann mit dem Mietwagen bis zu unserem AirBnb Hüttchen zurück gelegt werden. Das Ganze bei einer Zeitspanne von 11.55Uhr Abflug Frankfurt – 22.30Uhr Ankunft in Alta.

 

Ja sollte, wollte, hätte...

Natürlich hatte uns die Deutsche Bahn an diesem Morgen mal wieder ihren Ruf bestätigt und einfach eine Runde der Verbindung von Mainz-Kastell zum Frankfurter Flughafen ausgelassen. Selbst der Bahnmitarbeiter neben uns meinte, es bräuchte keiner mehr den Konzern in Schutz nehmen, die haben einfach viel zu lange geschlafen und jetzt bekommen sie es nicht mehr gebacken.

… Auch mal cool – so klare Worte von einem Bahnmitarbeiter….

 

Chaostag - Zug

 

Hingegen relativ fix und unkompliziert der Ablauf am Flughafen. Eingecheckt, Proviantkoffer aufgegeben (schließlich ist Norwegen teuer, das Gepäck gezahlt und wir eher low budget mäßig unterwegs), die Sicherheitszone passiert und ruck zuck auch schon im Flugzeug.

Mit 10min Verspätung endlich der Start Richtung Oslo.

 

So weit so gut

Aber diese paar Minuten sollten uns später noch zum Verhängnis werden.

Kurz vor der Landung in Norwegens Hauptstadt, behelligte uns der Kapitän plötzlich mit der Nachricht unser Gepäck komplett aus- und neu einchecken zu müssen. Anscheinend müssen das alle, die nicht als Inlandsflug unterwegs sind. Was für ein unnötiger Aufwand. Bei 50min Umsteigezeit, fanden wir das gar nicht lustig. Wie aufgeschreckte Hühner waren wir über den Flughafen gehetzt, hatten kurzzeitig die Orientierung verloren, aber letzten Endes lies das Gepäck am Abholband trotzdem auf sich warten.

Der Oberknüller 25min vor dem Anschlussflug…. - unser Koffer tropfte.

 

Chaostag - Flughafen

 

Der anscheinend sehr umsichtige Umgang der Gepäckabfertiger hatte eine unserer wertvollen Bierdosen beschädigt. (Schließlich bekommst du für eine Dose Bier in Norwegen, fast einen Kasten in Deutschland!)

 

Egal! Weiter!

Mit dem tropfenden und bierparfümierten Koffer wieder von A nach B, um vielleicht irgendwo rechtzeitig einchecken zu können.

Nix da. Maschine weg. Umbuchen war angesagt.

 

Chaostag - Koffer

 

Leichter gesagt als getan. Ferienanfang und passendes Chaostag Wetter mit Unmengen Schnee in Tromsö, sorgten für lange Schlangen vor den Serviceschaltern und brachten die Mitarbeiter an ihre Grenzen. Die erste Aussage – alles überbucht, war für uns der Brüller des Tages. Nach etlichen Telefonaten mit dem Supervicer dann die erlösenden Worte. „Es gibt noch Plätze“

 

Getrennte Wege

Um überhaupt weiter zu kommen, musste sich die kleine Gruppe allerdings trennen. Unsere Freunde Ronja und Konsti schafften den nächsten Flug um 16.35Uhr, während wir die 18.30Uhr Maschine nehmen sollten.

Die verbleibende Zeit in Oslo, tingelten wir permanent zwischen der Abflugtafel, dem Technikshop und dem Kiosk hin und her.

 

Abflugtafel, da sich beinahe minütlich die Abflugzeit oder das Gate unseres Fluges änderte,

Technikshop, da uns eine GoPro 4 verführerisch angrinste – wir aber doch widerstehen konnten und

der Kiosk, da die trockene Luft in den großen Abflughallen uns absolut dehydrierte.

 

Bereits nach der ersten Stunde Zeit tot schlagen, wechselte unsere Abflugzeit von 18.30Uhr auf 19.20Uhr. Nach weiteren Minuten waren wir schon bei 19.45Uhr. 2 Stunden Flugzeit nach Tromsö und den nächsten Anschluss um 22.20Uhr…. Es wurde mal wieder knapp.

Also erneut zum Schalter und dem jungen, leicht gestressten Herren unser Leid geklagt. Anscheinend sahen wir dabei so fix und fertig aus, dass er uns nach einem kurzen Telefonat einfach direkt in die weiterführende Maschine nach Alta gebucht hatte und zusätzlich 2 Essensgutscheine für die Airport-Shops hinterher schob.

Gestärkt durch HotDog, Obstsalat und Coke stiegen wir ENDLICH um 20.15Uhr in unseren Flieger. Aber natürlich ging das Spektakel munter weiter. Unsere Sitzplätze, waren nicht nur doppelt sondern gleich dreifach überbucht. Ein Herr wurde sogar beim Boarding-Schalter abgewiesen.

 

Chaostag - Doppelbelegung

 

Irgendwann hatten wir uns alle auf irgendeinem leeren Fleckchen positioniert und Tromsö wurde angesteuert.

Selbstverständlich mit erneuter Verspätung. Ein Wunder das der Flug aufgrund der Wetterbedingungen im Norden Norwegens nicht gecancelt wurde. Das wäre echt die Krönung gewesen. Starker Schneefall, Wind und zeitweise dicke Nebelbänke brachten ganz schön Leben in die Bude.

 

Chaostag - Tromsö

 

Wieder komplett

In Tromsö fand sich unsere Gruppe dann auch wieder zusammen. Ronja uns Konsti hatten sich die vorherigen 4,5 Stunden auf dem kleinen, sehr unspektakulären Flughafen gelangweilt und Löcher in die Luft gestarrt. Mehr gab es einfach nicht zu tun.

Wie es der Schicksalgott des Tages jedoch geplant hatte, waren wir von einem pünktlichen Start mit 1 Stunde Verspätung mal wieder weit entfernt. Selbst redend gab auch die Enteisungsmaschine genau im richtigen Moment den Geist auf, um uns erneut am Boden fest zu halten. Gespannt verfolgten wir vom Flugzeug aus, das hektische Gerenne der Mitarbeiter am Rollfeld. So langsam tat uns der Kapitän wirklich leid, der alle paar Minuten eine erneute Verzögerung durchgeben musste, doch die Maschine bockte weitere 30 Minuten stur vor sich hin. Irgendwann hatte sie dann doch erbarmen und lies uns um 23.50Uhr in die Luft erheben.

Der 40 Minuten Flug bestand eigentlich nur aus Start und Landung mit ein paar Turbulenzen in der kurzen Zeit dazwischen. Alles halb so schlimm, denn wir waren endlich da. Naja zumindest fast.

 

Chaostag - Alta

 

Mittlerweile war es 00.30Uhr und hätten wir es planen wollen, hätte es nie so geklappt… um 00.00Uhr wurde automatisch unsere Autoreservierung storniert.

!!NATÜRLICH!!

Cris und Konsti klärten das Auto Problem, während Ronja und Pia nach dem Gepäck Ausschau hielten.

Das Gepäck kam…. Und tropfte. Ja ´ne ist klar!

2 weitere Dosen versickerten auf nimmer Widersehen in unserem Proviant, dem Gepäckband, so wie in den Koffern von Mitreisenden. Allerdings waren wir nicht die Einzigen die eine Runde ausgaben. Anscheinend wurde irgendwo ein Schlückchen Wein für Alle verteilt, denn Ronja´s Koffer verströmte ein betörendes Weißweinaroma, dass sich glücklicherweise nicht bis zur Kleidung vorarbeiten konnte. Wahrscheinlich sind die Mitarbeiter der Fluggesellschaften sauer, dass alle Reisenden den günstigen Alkohol im Gepäck mit nach Norwegen schleppen, während die Einheimischen für eine Dose Bier schnell mal 5€ und mehr abdrücken dürfen.

Das Problem mit dem Leihwagen stellte sich im nach hinein als absoluter Glücksfall heraus. Der neu berechnete Preis lag bei den aktuellen Mietkonditionen ganze 200€ unter dem Angebot von Herz, dass wir bereits einige Monate vorher als „Schnäppchen“ gebucht hatten. Naja ein bisschen Glück darf an so einem Tag schon auch mal sein.

Die letzten 140km zum Kvaenangen Fjord, steuerte Konsti uns bravorös durch wildes Schneetreiben. Nach so einem Tag, absolut anstrengend bei teilweise sehr unebene Straßen mit zeitweise 0-3 Meter Sicht.

 

Chaostag - Schneetreiben

 

Um 3.30Uhr an der Hütte angekommen, waren all die Strapazen und Chaos – Aktionen des Tages vergessen. Tryggve´s Häusschen ist einfach spitze. Sehr liebevoll, im skandinavischen Stil gehalten und voll nach unserem Geschmack eingerichtet. Mit Klavier, Gitarre und Holzofen. Aber spätestens der Ausblick, den wir nach ein paar Stunden Schlaf bekamen war all das wert!

 

Chaostag - Ausblick

 

Du kannst noch so gut planen und dich vorbereiten, vor so einem Tag bist auch du nicht gefeit. Es gilt immer das Beste daraus zu machen. Denn hej, wenn das alles nicht passiert wäre, hätten wir selbst für das sau teure Essen am Flughafen aufkommen müssen, das Auto wäre 200€ teurer gewesen und durch ein winziges Upgrade beim Flug von Olso nach Tromsö haben wir sogar eine kleine Praline zum Kaffee bekommen. Und die war echt lecker!

Also du siehst:

„Es gibt nichts Schlechtes, wo nicht auch was Gutes dabei ist!" Oma Neisinger hatte recht.

Wenn dein Chaostag unterwegs ansteht einfach kühlen Kopf, Ausdauer und Sinn für Humor bewahren. Selbst mit einem tropfenden Koffer, verpassten Flügen und dreifach belegten Plätzen kommt man irgendwie von A nach B. Wie schon beim Londontrip im November, wäre es echt langweilig wenn es nichts über die Anreise zu berichten gäbe. Nach solchen Erlebnissen hast du ein paar tolle Stories auf Lager, soviel ist sicher.

 

Welcher absoluten Chaostag hat dir denn alle Nerven geraubt? Wie bist du damit umgegangen? Vorallem WOMIT hast du die etlichen Stunden am Flughafen totgeschlagen? Hast du eine bestimmte Strategie? Bitte bitte her damit! Für unseren nächsten Chaostag

Du willst immer up to date sein? Tagesaktuelle Infos unserer Reisen, bekommst du auf Facebook und Instagram. Dort finden sich immer die aktuellsten Schnappschüsse und Kurzzusammenfassungen des Tages!

Allgemeine Infos zum Reisen, anstehende Planungen und Wochenzusammenfassungen kannst du dir bei unserem Newsletter holen! Darum spring rein und werde Teil der Reisefreak-Community! Wir freuen uns auf dich!

Be different – be yourself!

Pia&Cris

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.