Campertrip auf die Insel – Tipps zur Vorbereitung

Auf die Inseln fahren oder fliegen die Meisten nur wegen London oder anderer großen Städte. Dabei hat Großbritannien und auch Irland haben viel mehr zu bieten, als nur Großstadtflair. Diese einzigartige Landschaft kannst du nur richtig erleben, wenn du mit dem Camper unterwegs bist. Wie ihr euren erfolgreichen Campertrip auf die Insel vorbereitet, verraten wir euch mit unseren Tipps.

 

1. Bucht den Camper schon in Deutschland

Ja ihr habt richtig gelesen. Als wir die Preise Camper in England oder auch Irland gesehen haben war ganz schnell klar, dass wir in Deutschland buchen müssen. Fahrzeug + Flüge war dann doch zu viel des Guten. Vor allem da wir mit Pia´s Schwester zu Dritt unterwegs waren. Selbst bei den aktuellen Spritpreisen rentiert leider eine Anmietung in Deutschland. Die heutigen Campingbusse sind extrem Benzin sparend, daher müsst ihr nur euren Gasfuß im Griff haben. Allerdings sollte die Reisekasse für einen Campertrip auf die Insel, trotzdem einigermaßen gefüllt sein. Gelten beide Länder nicht gerade als Low-Budget Wunderland.

 

Campertrip auf die Insel - Fahrt

 

Wie auch bei Flügen oder Hotels ist Vergleichen das A und O. Wenn ihr ADAC-Mitglied seid, fangt dort an. Findet ihr bei einer Partner-Mietstelle einen günstigeren Preis, ist der ADAC „verpflichtet“ euch diesen ebenfalls anzubieten. Allerdings nur wenn auch alle Zusatzleistungen identisch sind! Darum genau hinsehen. Denkt auch an eine echte Kreditkarte, PrePaid-Karten werden von den Mietstationen nicht akzeptiert. Tipps für das gute Stück Plastik auf Reisen gibt es hier!

 

2. Fähre fahren

– für uns einfach die beste Methode um auf die Insel zu kommen

Dabei stehen euch gleich mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, euren Campertrip auf die Insel zu starten. Ob von Rotterdam (NL), Zeebrücke (Bel) oder der wohl bekanntesten Fährstation Calais (F), das Ziel ist immer dasselbe – der Süden Englands. Von Calais aus seid ihr jedoch am schnellsten und bereits nach 1,5 Stunden in Dover. Wir finden Fähre fahren irgendwie beruhigender, als mit dem Zug durch den Ärmelkanal zu tuckern. Tonnen von Wasser - in einer dunklen Röhre, bis man nach Stunden irgendwann auf der andere Seite ankommt. Bestimmt auch ein Erlebnis für sich, aber bislang hat es uns einfach nicht gereizt. Wenn ihr da andere Erfahrungen habt, überzeugt uns davon in den Kommentaren 🙂

 

Campertrip auf die Insel - Fähre 3

 

Ein weiterer Fähre Pluspunkt

– der gigantische Blick vom Meer aus, auf die steilen weißen Klippen der Kreidefelsen.

Ja genau, die aus den Asterix und Obelix Filmen ^^ Für viele Briten haben sie als Nationalsymbol einen großen Stellenwert, aber strahlen wohl auf jeden eine gewisse Anziehungskraft aus. Für die Überfahrt empfehlen wir euch eine Nachtfahrt zu nehmen. Sie sind günstiger und euch geht damit kein halber Reisetag flöten. Vorab buchen ist definitiv eine gute Idee, denn die Verbindungen sind sehr gefragt. Ebenso wie bereits 2h im Voraus am Fährhafen zu sein.

 

campertrip auf die Insel - kreidefelsen

 

Großbritannien ist kein Schengen-Mitglied und somit dauern die Grenz-Kontrollen eine Weile. Ganz wichtig Perso und Reisepass!!! Besonders nach den Attentaten von Paris haben auch die Franzosen ihre Kontrollen um einiges verstärkt. Nach dem endgültigen Brexit, wird sich die Prozedur wohl noch einmal verlängern. Schade….

 

 Campertrip auf die Insel - Fähre 2

Campertrip auf die Insel - Fähre1

 

Übrigens - mit einem hart gesottenen Magen könnt ihr euch bereits zum Frühstück an Board die ersten Fish&Chips reinpfeifen, während ihr den Sonnenaufgang an Deck genießt. Sie schmecken zwar nicht ganz so gut, wie an den kleinen Imbissbude der Hafenstädtchen, aber ihr bekommt schon mal einen kleinen Vorgeschmack.

 

3. Von Großbritannien nach Irland

Auch hier habt ihr mal wieder die Qual der Wahl. Natürlich gibt es mehrere Optionen, um mit eurem Campertrip auf die Insel Nummer 2 fortzufahren. Insgesamt stehen dir 5 Fährhafen auf britischer Seite zu Verfügung. Wir entschieden uns damals mit der Nachtfähre von Holyhead (GB) nach Rosslare (IRL) überzusetzen. „Günstig“ und gute Taktung – viele stellen ihren Betrieb ab 22Uhr ein.

Lustige Geschichte dazu:

Die Fähre war für 2 Uhr Nachts angesetzt und typisch Deutsch waren wir natürlich 4h zu früh am Hafen. Um ausgeschlafen in Irland starten konnten gönnten wir uns fataler Weise 2h Schlaf – Wecker auf 00:00 Uhr. Als wir erwachten, brach in kürzester Zeit Panik im Bus aus. Ungläubig stellten wir fest - Alle waren weg! Die zuvor unendliche Autoschlange war verschwunden. Selbst die Fahrzeuge hinter uns. Ja die Briten lassen euch einfach weiter schlafen. Sie können schon ein wirklich nettes Völkchen sein - Und ruhig noch dazu! Bestimmt haben sie dabei lauthals über die stupid-germans gelacht. Zwar hatten wir noch massig Zeit, aber vom grinsenden Fährmitarbeiter wurden direkt mit Namen begrüßt. Vermutlich hatte er schon ewig unser Nummernschild begutachtet. Tja im Camper könnt ihr einfach überall schlafen :).

Auch hier ist im Vorfeld buchen keine schlechte Idee. Nachts sind die Terminals nur minimal besetzt und ihr könnt kaum Tickets kaufen. Hier lang zur Fährseite!

 

4. Was macht man eigentlich auf der Fähre?

Wenn ihr nicht schlafen wollt oder könnt, stehen euch während der 4 stündigen Fahrt alles Mögliche an Zeitvertreib zu Verfügung. Die Fähren sind mit Kino, Spielautomaten und Kinderbereichen sowie Restaurants ausgestattet. Aber mal ehrlich, bei der Nachtfähre um 2 Uhr bleibt kaum einer wach. Vorhandene Kinosessel, Cafesofas und Kinderspielbereiche (gepolsterter Boden) werden meist zu Schlafmöglichkeiten umfunktioniert. Wir empfanden sie als wirklich bequem und so könnt ihr euren Campertrip auf die Insel einigermaßen "fit" beginnen. Ach ja natürlich gilt auf der Fähre, wer zu erst kommt, schläft am besten 🙂

 

campertrip auf die Insel - spielautomat

Campertrip auf die Insel - schlafen1

Campertrip auf die Insel - schlafen

 

 

5. Campingplätze vorbuchen?

Nein müsst ihr nicht, außer in der Nähe der Hauptstädte, da lohnt es sich schon sehr. Ansonsten stehen zahlreiche Campingmöglichkeiten auf den britischen und irischen Inseln zur Verfügung. Um die nächstgelegenen für euch zu finden, schaut doch mal hier vorbei!

camping.info

ADAC

Um euch unnötige lange Wege zu ersparen, schadet es trotzdem manchmal nicht vorher kurz anzurufen. Hilfreich ist auch die App "Camping Ireland" so habt ihr alle möglichen Schlaf- und Stellplätze in der Nähe zur Hand.

 

Campertrip auf die Insel - campingplatz

 

 

6. Regeln für Wildcamping

Wildcamping, also einfach am Straßenrand stehen bleiben ist in Irland und Großbritannien offiziell strikt verboten. Für euch jetzt vielleicht ein kleiner Rückschlag während der Vorbereitungen, lebt ein Campertrip auf die Insel doch eigentlich genau von diesem Wild-Life-Spirit.

ABER keine Angst. Unserer Erfahrung nach stellt es kein Problem dar, abseits der großen Straßen, oder Landstraßen zu übernachten. Besonders wenn sich bereits Camper und Wohnmobile in einer Parkbucht positioniert haben, haben uns meist einfach dazu gesellen. Ihr kommt dabei mit euren Nachbarn auch sehr schnell ins Gespräch – denn Camper sind eine große Familie^^

 

Campertrip auf die Insel - wild camping

 

An den Autobahnraststätten könnt ihr meist einfach über Nacht stehen bleiben, jedoch verlangen einige dafür eine Standgebühr von ca 12€. Ansonsten wenn ihr euch unsicher seid, lieber auf einen Campingplatz fahren. Ein Bußgeld in Höhe von 500 Pfund ist diese eine Nacht wirklich nicht wert.

Besteht Interesse an anderen Länder und deren Regelungen bezüglich Wildcamping? Dann schaut doch mal bei Isa von ISASWOMO vorbei, sie hat zu diesem Thema eine kleine Liste zusammen getragen.

 

Campertrip auf die Insel - wild camping 2

 

 

7. Ist campen auf den Inseln teuer?

In Irland ist es nicht viel teurer als bei uns in Deutschland, bzw im Camperhimmel Australien. Wir haben im Durchschnitt etwa 25 Euro die Nacht gezahlt. Je nach Lage des Campingplatz und der gewählten Parkbucht. Sicher geht es auch günstiger, wenn ihr auf einen Stromanschluss verzichtet.

Der große Vorteil wenn ihr bei eurem Campertrip auf die Insel direkt von Zuhause losfahrt - ihr könnt sämtliche Kram mitnehmen. Öl, Salz, Pfeffer, Mehl etc. Also all Sachen die tagtäglich zum Kochen benötigt werden, müsstet ihr ansonsten neu kaufen und werden in den seltensten Fällen komplett aufgebraucht.

 

Beispielkosten für eueren Campertrip auf die Insel:

Sprit in Irland: 1,2 für den Liter Diesel (ähnlich wie in Deutschland, Stand Anfang 2016)

Sprit in England: 1,4 für den Liter Diesel (Stand Anfang 2016)

Stellplatz: 25 – 35 Euro

Essen gehen: 15 – 25 Euro pro Person, je nach Gericht und Lokalität

Lebensmittel Supermarkt: Preise vergleichen, dann könnt ihr ähnlich wie in Deutschland einkaufen

 

campertrip auf die Insel - essen

 

 

8. Unsere Campingplatz-Tipps für London und Dublin

In der Regel waren alle Campingplätze die wir angefahren haben sehr gut gepflegt und warben mit WiFi. Zumindest laut Betreiber war Internet überall verfügbar.^^ *hust* Da ihr bestimmt eine ganz andere Route einschlagen werdet als wir, stellen wir euch ersteinmal nur die Hauptstädte vor..

Für London und Dublin galten für uns folgende Kriterien bei der Auswahl.

Wir wollten nicht jeden Morgen über eine Stunde in die Stadt fahren und auch keine Unsummen für einen passablen Stellplatz ausgeben.

 

London – Abby Wood Camping

Budget technisch war London definitv am teuersten mit 40€ pro Nacht. Happige Preise und doch verständlich, schließlich strömen jeden Tag Massen an Besuchern in die Stadt – da kannst du verlangen was du willst. Die Anbindung von Abby Wood Camping Site können wir sehr empfehlen. Sehr ruhig gelegen und trotzdem mit der Bahn fix in der Mega-City.

Die Anlage ist sehr gepflegt, das Personal super freundlich und die die S-Bahn nur 5 Gehminuten entfernt. Für uns perfekt. Mit dem Tagesticket für 16 Pfund pro Person kommt ihr in die Stadt und könnt alle öffentlichen Bus- und Bahnlinien nutzen.

 

Campertrip auf die Insel - london

 

 

Dublin

Um Irlands Hauptstadt zu erkunden bietet sich eine HopOn-HopOff Bustour am besten an. Ticket pro Person 22€ für 2 Tage. Diese Touribusse sind zwar oftmals sehr verschrien, aber um sich am ersten Tag einen kleinen Überblick zu verschaffen eignen sie sich unserer Meinung nach sehr gut. Danach wird in der Regel die Stadt abgelaufen bis die Füße protestieren.

Der Camac Valley Campingplatz birgt den Vorteil, das gegen 9 Uhr ein solcher Bus auf seinem Weg in die Stadt hält. Einziger Nachteil – die Rückfahrt ist mit 17.30Uhr leider schon sehr früh. Neben dem Touribus könnt ihr auch noch mit dem öffentlichen Busnetz in die City fahren. Mit der Linie 69 fahrt ihr in Richtung Fleet Street. Für die 40 Minuten zahlt ihr 3,30 Euro und landet direkt in der Innenstadt. Wenn ihr innerhalb Dublins mit einer anderen Linie fahren möchtet könnt ihr auch die Kosten hier kalulieren lassen.

Achja auf diesem Campingplatz, besteht die beste Wifi-Verbindung am Klo und in der Waschküche. 🙂 Du kannst jetzt raten, wer von uns wo saß.

Die Übernachtungspreise sind in Ordnung. Für eine Camping-Site zahlt ihr um die 25 Euro, wobei die Duschen leider nicht inbegriffen sind. Wollt ihr euch also täglich frisch machen rechnet nochmals 2 Euro pro Duschgang hinzu.

 

campertrip auf die Insel - dublin

 

 

9. Mit dem Camper in die City?

In kleineren Städten eigentlich kein Problem, abre kommt bitte nicht auf den Gedanken nach London oder Dublin rein fahren zu wollen. Vergeblich.  Desweitren sind viele Parkhäuser oder auch Parkplätze in England und Irland Höhenbegrenzt. Meist auf etwa 2,2m, so das ihr mit einem HighTop nur schwer einen Stellplatz findet. Daher immer ein paar Minuten Fußmarsch einrechnen. Egal wo.

Zum anderen in alten Stadtkernen – die engen Straßen. Britische und irische Städten sind da noch einmal extremer, als wir es teilweise gewohnt sind. Alles sehr eng, viel Verkehr und kaum Wendemöglichkeiten. Da kann die Stimmung im Van schnell kippen.

 

campertrip auf die Insel - enge straßen

 

 

10. Beste Reisezeit für einen Campertrip auf die Insel?

Naja, das Wetter auf den britischen und irischen Inseln kennen wir alle nur zu genüge – viele Wolken, viel Regen. In den Sommermonaten ist die Chance allerdings am höchsten auch mehrere Tage bis Wochen trocken zu bleiben. Wobei das typische Wetter bei permanent 30°C auch fehlen würde, oder nicht 😉

 

campertrip auf die Insel - wetter

 

 

Habt ihr auch schon einen Campertrip auf die Insel gewagt? Mit welchen Erfahrungen und Tipps könnt ihr auffahren? Haben wir an alles gedacht? Lasst es uns wissen!

 

be different – be yourself

Pia & Cris

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.